CDU fordert: "Digitalisierungsschub braucht Nachhilfestunden"

Experten der CDU Landesfachausschüsse Beste Bildung und Digitale Agenda fordern vom Thüringer Bildungsministerium dringend eine Unterstützung der Schulträger, Schulleitungen und Lehrer. Die Vorsitzende des Bildungsfachausschusses Carola Böck bewertet die letzten Wochen so: „Alle fühlten sich im Stich gelassen.“ Nach den vielen Sofortmaßnahmen zum Homeschooling zur Bewältigung der Coronakrise ist jetzt dringend ein schulübergreifendes, landesweites nachhaltiges Konzept für den Betrieb moderner Lernmanagementsysteme und Online-Unterricht erforderlich.

Die Fördermittel aus dem DigitalPakt Schule zum Ausbau der IT-Infrastruktur (Verkabelung und WLAN) sind an feste Förderkriterien gebunden, wie die Erstellung eines schulischen Medienkonzepts. Nicht förderfähig sind schulische Serverlösungen, soweit ein Breitband-Anschluss an der Schule vorhanden ist, der neben der Schulverwaltung jeder Klasse einer Schule dauerhaft eine Datenversorgungsrate von 30 Mbit/s im Download ermöglicht bzw. ein Anbieter einen Breitbandanschluss innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss der Investition garantiert (DigitalPakt-Richtlinie). Aus Sicht der Experten ist diese Bandbreite aber für die digitale Mediennutzung und für IT-Services nicht zukunftsfähig: „Bildung braucht Bandbreite“. Je nach Standort der Thüringer Schulen sind bereits jetzt Bandbreiten bis zu 250 Mbit/s möglich. Dies sollte die Zielstellung sein.

Ebenfalls nicht förderfähig sind „Betrieb, Wartung und IT-Support der geförderten Infrastrukturen und Geräte sowie laufende Kosten der Verwaltung (Personalkosten, Sachkosten)“, die nun von den Schulträgern zusätzlich zu finanzieren sind. Diese Einschränkung gilt auch für das weitere 500 Millionen Euro Kraftpaket Programm der Bundesregierung zur Beschaffung mobiler Endgeräte, von denen 13,2 Millionen Euro nach Thüringen fließen sollen. Die Schulträger stehen somit vor der Notwendigkeit erhebliche Betriebskosten zusätzlich zu finanzieren.

Dazu kommt die Kritik des TLfDI Lutz Hasse am Umgang mit Tools zur Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern bis hin zu Bußgeldandrohungen. Trotz aller Sensibilisierung zum Datenschutz fehlt es an allen Schulen an der notwendigen IT-Compliance. Die Vorsitzende des Landesfachausschusses Digitale Agenda Prof. Dr. Regina Polster fordert deshalb konkrete Handlungsleitfäden zum Einsatz und Betrieb, auch für alternative Lösungen unter Berücksichtigung aller geltenden regulatorischen Vorgaben zum Einsatz von IT. Dazu gehören neben Datenschutzkonzepten auch Rollen- und Berechtigungskonzepte, IT-Sicherheits- und Betriebskonzepte. Ob das Thillm (Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien) dauerhaft dieser Aufgabe gewachsen ist, muss dringend geprüft werden.